Es war einmal ein Traum. Dieser Traum handelte davon, dass alle Menschen in neuen und modernen Wohnungen leben könnten und keiner mehr in alten, verfallenen Löchern hausen müsste.

Man träumte diesen Traum überall. Und schon seit langem.

Die Menschen lieben ihn noch immer über alles: ihren Traum von der Vorstadt.
Manchmal ist er bunt,

manchmal weiß,

aber immer geradlinig und kanalisiert.

***

Auch das Komponistenviertel in Berlin-Weißensee war einmal eine Vorstadt. Und auch hier war zuerst ein Spekulant am Werk. Ein Bodenspekulant. Der Hamburger Kaufmann Gustav Adolf Schön kaufte 1872 ein ganzes Rittergut in Weißensee, damals vor den Toren der Stadt. Er hatte den richtigen Riecher gehabt, wie man sagt, er hatte es also gewusst, denn schon bald begannen andere Spekulanten und Bauherren, sich für den neuen Grund und Boden im Osten Berlins zu interessieren. Gustav Adolf Schön konnte all seinen Besitz gewinnbringend an verschiedene neue Eigentümer verkaufen, die damit begannen, Fabriken und Wohnhäuser zu errichten.

Zwischen 1872 und 1880 stieg die Einwohnerzahl in Weißensee von 169 auf 3.688 und damit auf mehr als das Zwanzigfache an. In die vierstöckigen Wohnhäuser, die im heutigen Komponistenviertel errichtet wurden, und die zunächst keinen Wasser- oder Gasanschluss hatten, zogen hauptsächlich Arbeiter aus den preußischen Ostprovinzen.

Den Traum der Vorstadt haben die Menschen immer noch. Die Häuser aber, sie sind hässlicher geworden.

Was werden wir mit ihnen tun? Was werden unsere Nachfahren einmal mit unseren Bausünden tun, mit unserem Traum, der uns heute stellenweise wie ein Alptraum verfolgt?

Im spanischen Städtchen Logroño gab es in dieser Woche einen schönen Ansatz dazu:

Wir ändern nicht die moderne Infrastruktur, die uns umgibt, schlägt diese Installation vor. Sondern wir ändern unsere Perspektive darauf!

Dazu sagen wir:

und:

 

„Danke“ sage ich den Sprachschülerinnen und Sprachschülern der Escuela Oficial de Idiomas „Fuero de Logroño“, die sich am Dienstag sehr diszipliniert und interessiert eine Lesung zur „Meyerbeer“ angehört haben.

Und Vorsicht! Ich bin auf Tour,

und habe meine kleine Kamera immer griffbereit. Wenn Sie mich sehen, bleibt Ihnen nur eines:
LÄCHELN!

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