Am 20. Dezember 1812 erschien in Deutschland ein sehr wichtiges Buch. Leider verkaufte es sich zuerst gar nicht gut.

Bei diesem Buch handelt es sich um die berühmten „Kinder- und Hausmärchen“ der Gebrüder Grimm. Die erste Auflage der Märchen war den Gebrüdern Grimm ein wenig zu deftig geraten, wenig niedlich und viel zu … grimmig, sozusagen.

1819 und 1825 erschienen wichtige Neuauflagen der Sammlung, in denen die Märchen nun um vieles „kindgerechter“ waren.

Dennoch begehen die Deutschen der Erstauflage Ende 1812 wegen in den Jahren 2012 und 2013 zwei wichtige „Grimm-Jahre“. Mit vielen Veranstaltungen feiern sie die Gebrüder Grimm und die Märchen, die diese für die Nachwelt gesammelt und bearbeitet haben.

In den „Kinder- und Hausmärchen“ gibt es viele wundervolle Erzählungen. Eine davon ist das Märchen der „Bremer Stadtmusikanten„. Es findet sich erst ab der zweiten Auflage 1819.

Als Kind habe ich dieses Märchen weniger gut verstanden. Heute scheint mir alles glasklar!

Ein alter Esel, ein armer Hund, eine lahme Katze, ein greiser Hahn. Ihren Herren bringen diese Tiere keinen Nutzen mehr. Mehr zufällig schließen sie sich zusammen und begeben sich auf den Weg nach Bremen.

Dort wollen sie Stadtmusikanten werden. Straßenmusiker, sagen wir heute. Sie werden dennoch nie in Bremen ankommen. Gleich in der ersten Nacht treffen die Tiere auf ein Haus im Wald.

Drinnen im Warmen sitzen – natürlich! – einige Räuber. Und wie man es so macht mit Räubern, wenn man klug ist: man sinnt darauf, sie zu vertreiben. Genug bereichert! Her mit den zu Unrecht angehäuften Schätzen!

Das ist den unedlen Räubern zuviel. Sie fliehen und hinterlassen ihre Schätze den Tieren, die sich bei Tisch auch viel besser zu benehmen wissen.

Selbst ein konterrevolutionärer Versuch der Räuber, das Haus später zurückzuerobern, wird schlau vereitelt.

Sie haben auch wirklich nichts besseres verdient, diese Räuber! Man möchte doch gern so ein Esel sein, oder nicht?

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