Manchmal interessiert einen Schriftsteller die Frage, wie die Welt für jemanden aussieht, der sich weit unten befindet. In der Gesellschaft, zum Beispiel. Den Schriftsteller interessiert die „Sicht der kleinen Leute“. Damit meint er nicht unbedingt nur: der ärmeren Leute. Er meint auch: der ungebildeten Leute. Oder: der Verlierer. Oder: der Kinder. Dann möchte sich der Schriftsteller in die Lage einer solchen Person versetzen und aus ihrer Sicht die Welt beschreiben. Wegen des damit verbundenen Perspektivwechsels. Weil eine Sicht auf die bodennahen Dinge des Lebens viel Aufschluss geben kann über unsere Welt.
Über das, was wichtig ist.
Und über das, was unwichtig ist.

Betrachte ich mir diese Fotos, die in einer Höhe von etwa einem Meter zwanzig entstanden sind, bekomme ich plötzlich ein Gefühl für diese Perspektive. Eine Perspektive, die ich selbst nicht mehr habe. Viele Dinge darin wirken fremd und ein wenig bedrohlich.

Andere Bilder zeigen ganz klar die Position, die dieser Fotograf im Moment der Aufnahme innegehabt hatte. Offensichtlich hatte er nicht viel zu entscheiden!

Er sitzt wohl immer hinten, und er hat sich im Normalfall dort auch ruhig zu verhalten.

Diesen Menschen interessieren Dinge, die mich niemals interessieren würden. Oder jedenfalls nicht mehr:

Die Welt, von unten betrachtet, scheint eine Welt, die vorwiegend drei Motive kennt: Autos, Füße und Bäuche. Letzteres erspare ich dem Leserkreis.

Die Welt, von unten betrachtet, ist eine Welt, die manchmal aus dem Fokus gerät und in der es sich nicht immer leicht zurechtfinden lässt.

Natürlich ist es auch eine Welt der geheimen Dinge und der kleinen Schätze.

Im Grunde ist es eine literarische Welt, eine literarische Perspektive. Von welcher der Fotograf natürlich keinerlei Ahnung hatte!
Ob er sie je haben wird?

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