Dass wir auf Reisen Neues kennenlernen, das ist ja klar. Dass wir an einen bestimmten Ort fahren oder fliegen, um dort etwas Neues oder jemanden Bekannten oder einfach auch einmal Nichts zu sehen, was wir sonst jeden Tag sehen, das ist auch klar. So erging es auch mir. Gleich am Freitag vor Palmsonntag sagte ich mir: Reisen bildet. Und ich … möchte mich bilden. Ich möchte jetzt etwas Neues oder jemanden Bekannten oder vielleicht auch einfach einmal Nichts sehen, was ich sonst jeden Tag sehe.
Also setzte ich mich in ein Flugzeug.

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In so einem Flugzeug ist man natürlich nicht alleine. Nein! So ein Flugzeug ist gerammelt voll, weil ja alle etwas anderes sehen möchten. Etwas Neues. Weil sich alle bilden wollen. Weil alle einen Luft- oder auch Tapetenwechsel benötigen. Auch ich war nicht allein.

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Irgendwann aber hatte auch meine Reisebegleitung genug von mir und begann, sich anderweitig zu beschäftigen. Dies ist ja ein Segen für die reisende Menschheit, sie weiß es nur noch nicht.

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Und wie ich so dasaß und über das Leben, das Reisen und die Bildung nachdachte, fiel mein Blick auf einen jungen Mann zwei Reihen vor mir. Auch er wollte sich bilden, glaube ich, denn er holte plötzlich ein Buch hervor. Das Buch kam mir gleich bekannt vor.

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Ja, ich will jetzt nicht von Zufällen reden. Oder von Wahrscheinlichkeiten. Denn der Zufall ist ja nur eine Wahrscheinlichkeit, die wir nicht als solche erkannt haben, wie Herr Groschmann sagt. Vermutlich ist es kein Zufall, dass in einem Flugzeug nach Berlin am Freitag vor Palmsonntag ein Schüler einer EOI sitzt. Die Lehrerin dieser EOI hatte ihren Schülern aufgetragen, in diesem Semester die „Meyerbeer“ zu lesen. Und dieser Schüler, nennen wir ihn Manuel, kam dem Auftrag seiner Lehrerin nach. Recht gewissenhaft, muss ich sagen!

Nachdem ich diesen meinen Mitreisenden eine ganze Weile im Kapitel über Frau Zebunke lesen und fleißig Notizen machen sah, sprach ich ihn an. Das war schön! Manuel war froh und ich auch — von meiner eigenen Reisebegleitung ganz zu schweigen. Und so war es ein wunderbarer Freitag vor Palmsonntag.
Ich hoffe, auch für Sie!

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Und nicht vergessen!

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