Es ist jetzt bereits halb vier Uhr nachts. Josefine sollte schlafen gehen und morgen die Lage neu überdenken. Zurück am Tisch ordnet sie die Fotos auf einen Haufen und legt sie zurück in die Schachtel. Dabei fällt ihr Blick auf den alten Füllfederhalter, der noch in der Schachtel liegt. Vorsichtig nimmt sie ihn heraus.

Sie dreht den Füller in der Hand und bewundert seine Eleganz. Hat Anni Zebunke damit geschrieben? Briefe? An Hans? Oder an Rosa? Das Licht spiegelt sich auf der schwarzen, glatten Oberfläche. Der Goldbesatz dagegen ist schmutzig und abgenutzt.

6-Füller

Josefine dreht den Füller hin und her. Leider hat sie keine Tinte im Haus. Sonst würde sie den Füller gleich ausprobieren. Sie stellt sich vor, wie sie den Füller mit Tinte füllt. Wie sie den Füller auf ein leeres Blatt Papier setzt. Und plötzlich würde der Füller zu schreiben beginnen. Ganz von selbst! Wie von Geisterhand bewegt würde er über das Papier fahren.

Hallo, Josefine,

würde er schreiben.

Du suchst etwas? Ich kann Dir helfen…

Josefine schreckt hoch. Sie muss eingeschlafen sein.
Vier Uhr.
Draußen dämmert es bereits.

Während Josefine den Füller erneut in der Hand dreht, sieht sie plötzlich eine Gravur auf dem hinteren schwarzen Teil des Füllers. »Engel« ist dort eingraviert. Das Wort wiederholt sich noch einmal am Deckel des Füllers.
Engel.

***

Das ist ein Auszug aus dem neuen Lektürebuch, das den Arbeitstitel „Engels Federn“ trägt. Vielleicht könnte es 2016 fertig werden! Und Ende kommendes Jahr erscheinen! Das würde mich sehr freuen, denn ich trage diese Geschichte schon sehr lange mit mir herum. Ich halte Sie, liebe Leser, auf dem Laufenden!

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